„Anne Bude, da fühl ich mich wohl“ – Wolfgang Schneider stellt Fotos von Trinkhallen im Ruhrgebiet aus

In der Hauptstelle der Stadtbibliothek Duisburg an der Düsseldorfer Straße in der City wurde am Dienstag, 9. Februar 2010 eine Fotoausstellung zu einem Wahreichen des Ruhrgebiets eröffnet. Über 18.000 Trinkhallen gibt es im Ruhrgebiet, an der Spitze steht dabei Duisburg, denn hier im Hafen der Kulturhauptstadt RUHR.2010 sind allein über 900 zu finden. Der Duisburger Fotograf Wolfgang Schneider hat über 1.500 Trinkhallen fotografisch abgebildet. Ein Teil seiner Werke ist nun in der Duisburger Zentralbibliothek zu besichtigen.

Ein Markenzeichen des Ruhrgebiets

Die Kultur der Trinkhallen ist etwas einmaliges, denn fragen sie beispielsweise einmal einen Hanseaten in Hamburg wo es die nächste Trinkhalle gibt und er wird sie entweder verständnislos anschauen oder aber die nächste Kneipe empfehlen. Im Ruhrgebiet. Entstanden sind sie im Zuge der Industrialisierung des Ruhrgebiets und waren ursprünglich „Wasserbuden“, die an Bahnhöfen, Fabrik- oder Zechengeländen entstanden. Im Laufe der Zeit weiteten die Trinkhallen ihr Angebot immer weiter aus und man konnte und kann dort bis heute viele Dinge des täglichen Bedarfs einkaufen. Teilweise haben sie eine Art Ersatzfunktion für den „Tante Emma Laden“ übernommen und bieten bis heute oft einen kommunikativen Treffpunkt. Keine Trinkhalle gleicht der anderen und dies dokumentieren die Fotos von Wolfgang Schneider sehr anschaulich.

Die Ausstellung ist noch bis zum 27. März 2010 während der Öffnungszeiten der Stadtbibliothek zu sehen und ist einen Besuch wert.

Frank-M. Fischer


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