Bilanz der Local Heroes-Woche und der 33. Duisburger Akzente
Die 33. Duisburger Akzente sind am vergangenen Sonntag, 6. Juni 2010 zu Ende gegangen. Seit 1978 findet dieses Festival nunmehr in Duisburg, dem Hafen der Kulturhauptstadt, der ab dem nächsten Jahr vielleicht versehen mit dem Titel Hafenstadt ausgezeichnet wird, statt. Doch trotz dieser langen Tradition gab es in diesem Jahr, dem Kulturhauptstadtjahr der Metropole Ruhr etwas neues, besonderes. Zum ersten Mal wurden die Duisburger Akzente konzentriert in einem Stadtteil durchgeführt. Sicher, der kritische Beobachter wird nun zu Recht anführen, es gab auch ein paar wenige andere Spielorte –wie beispielsweise das Theatertreffen im Duisburger Stadttheater- aber der Fokus der Veranstaltung lag eindeutig in dem Stadtteil Duisburg-Ruhrort.
Am Dienstag, 8. Juni 2010 fand im Rathaus Duisburg am Burgplatz unter Teilnahme des Kulturdezernenten Karl Janssen, des Festivalleiters Frank Jebavy, des Festival Koordinators Olaf Reifegerste, die Vertreter des Hauptsponsors Haniel, Dietmar Bochert, Pressesprecher der Franz Haniel & Cie. GmbH , Dr. Bernhard Weber-Brosamer, Leiter Unternehmensgeschichte und Kultur der Franz Haniel & Cie. GmbH und Clemens Richert, Festivalbüro der Duisburg Marketing GmbH eine Bilanzpressekonferenz des Festivals statt.
Karl Janssen zeigte sich hocherfreut über das gigantische Besucherinteresse von mehr als 100.000 Menschen, die nach Ruhrort gekommen waren. Sicher, es kam bedingt durch das Kulturhauptstadtjahr RUHR.2010 und der damit verbundenen Local Heroes Woche in den ersten sieben Tagen der Duisburger Akzente ein ganz besonderes Highlight hinzu, welches sicherlich durch Aufführungen von der catalanischen Theatertruppe La Fura dels Baus mit ihrem „Global Rheingold“ für einen zusätzlichen Zuschauermagneten sorgte, aber wenn man bedenkt, dass die Besucher nach der Aufführung auf der –so Janssen- wachgeküssten Mercatorinsel zunächst vielfach zur 2Raumwohnung und deren hervorragendem Konzert auf der Mühlenweide strömten und danach –und das ist wohl der für Ruhrort entscheidende Faktor, den Hafenstadtteil noch bis 3 Uhr morgens in Beschlag nahmen. Dann kann man hier schon von einem großen Erfolg sprechen. Einen besonderen Dank sprach Akzente Koordinator Olaf Reifegerste auch gleich dem städtischen Verkehrsunternehmen, der Duisburger Verkehrsgesellschaft aus, die in völlig unbürokratischer Weise ihre Bahnen noch bis in den frühen Morgen aus Ruhrort hinaus verkehren liess.
130 Projekte mit über 200 Veranstaltungen
Über 200 Veranstaltungen gab es in den 17 Tagen der Duisburger Akzente inklusive der 7 Tage Local Heroes, die aus über 130 Einzelprojekten resultierten. Immer wieder genannt als besonderes Location Highlight wurde der Kirchgarten der St. Maximilian Gemeinde, den selbst die Veranstalter erst ein halbes Jahr vor der Akzente Eröffnung entdeckt hatten und den, so Festivalleiter Frank Jebavy „selbst viele Ruhrorter im Vorfeld nicht kannten“, der sich aber bald mit Aufführungen von Musikern wie Anja Lerch und Frank Sichmann sowie unter anderem Jupp Götz und auf keinen Fall zu vergessen dem Stück mit einer Mischung aus Musik, Literatur und Film „Liebe, Sehnsucht, Ruhrort“ einen Namen machte und sich in das Gedächtnis sowohl der Akteure als auch der Besucher einprägte. Fulminanter Abschluss dort war der Auftritt von zahlreichen Chören am 05.06.2010 im Rahmen des !Sing Day of Song.
Eigenproduktionen mit dem Schwerpunkt Duisburg-Ruhrort
Die Hochwertigkeit der vielen Eigenproduktionen war, so Frank Jebavy besonders beachtenswert. Hinzu kam, dass sich nicht nur die Organisatoren dem Thema Ruhrort und der Wiederbelebung eines Stadtteils , der Schaffung eines neuen Creativ – Quartieres, annahmen, sondern die zahlreichen Künstler aus den unterschiedlichsten Sparten sich ebenfalls diesem Thema widmeten und es künstlerisch umsetzten. Der Festivalcharakter wurde noch zusätzlich durch „Zaungäste“ gestärkt, die eigentlich nur mal schauen wollten, aber dann oft unversehens zu einem Teil des Festivalgeschehens wurden.
Dank an den Hauptsponsor Haniel
Besonderen Wert legte Kulturdezernent
Karl Janssen auf ein Dankeschön an den Hauptsponsor Haniel, den Lokalmatador, der insgesamt zwei Millionen Euro in das Kulturhauptstadtjahr gesteckt hatte und nach „zähen Verhandlungen“ mit Essen konnte ein Teil davon in Duisburg für die Local Heroes Woche und die 33. Duisburger Akzente verwendet werden, die viele Veranstaltungen erst möglich machten. Besonders der Ausbau der Mercatorinsel zu einem Festivalgelände sowie der Zugang durch die von der Friedrich-Ebert-Brücke herabführende Treppe (deren endgültige Betriebsgenehmigung in circa 3 Wochen durch die Bezirksregierung erfolgen soll) werden auch in Zukunft einen zusätzliche Veranstaltungsort für Ruhrort bieten.
Haniel zufrieden mit den Local Heroes und den Akzenten
Die angesprochenen Vertreter der Firma Haniel zeigten sich über den Verlauf der 33. Duisburger Akzente ebenfalls sehr zufrieden und hoffen, durch ihr intensives Engagement zu einer langfristigen Belebung in Duisburg Ruhrort beigetragen zu haben. Auch sie sehen, dass es in dem Stadtteil noch vieles zu tun gibt, aber ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung ist gemacht.
Hochkultur und Subkultur finden zusammen
Olaf Reifegerste zog eine Bilanz der unterschiedlichen künstlerischen Aktivitäten während der vergangenen 2,5 Wochen und zeigte sich stolz, aber auch beeindruckt von dem hohen Wert der vielen Aufführungen, Ausstellungen und Events. Die Mischung aus Hochkultur und Subkultur sei etwas besonderes für das Festival gewesen, zumal das Ziehen dieser Grenze durch eine immer stärkere Vermischung oftmals nicht nur schwierig, sondern auch vielfach unnötig sei.
Konzept des Creativ – Quartiers Ruhrort
Inwieweit das Konzept der Schaffung eines neuen Creativ Quartiers letztendlich aufgehen wird, weiß natürlich niemand der Beteiligten, jedoch waren alle heute fest davon überzeugt, die richtige Richtung eingeschlagen zu haben und so soll auch bei den kommenden Akzenten, die zukünftig voraussichtlich in einem 2jährigen Rhythmus stattfinden werden, also das nächste Mal wahrscheinlich wieder im Mercator Jahr 2012 wieder die Konzentration der Events in einem Stadtteil stattfinden. Übrigens: der neue Turnus soll nicht etwa zu einer Mittelkürzung, sondern zu einer Bündelung der Mittel führen und gleichzeitig den Auftritt der Akzente in der Festivallandschaft weiter stärken.
Text, Fotos und Videos: Frank-M. Fischer





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