Die Kulturhauptstadt RUHR.2010 ist offiziell gestartet

Es war die richtige Entscheidung von Fritz Pleitgen, dem Chef der europäischen Kulturhauptstadt RUHR.2010, die Eröffnung am heutigen Tage in Essen nicht zu verschieben, denn es gelang bei der Startveranstaltung heutigen Samstag, 9. Januar 2010 auf Zeche Zollverein in Essen dem winterlichen Sturmtief “Daisy” die Stirn zu bieten. Bei äußerst ungemütlichen  Temperaturen und Dauerschneefall begleitet von Schneeverwehungen wurde ein großes Fest gefeiert.

Mit dabei war einer der Macher, der Duisburger Kulturdezernenten Karl Janssen, der zusammen mit seinem Essener Amtskollegen Andreas Bomheuer auf dem Weg zu Grönemeyer und Co. war, um das Jahr der Kulturmetropole RUHR.2010 offiziell zu eröffnen. Karl Janssen und Andreas Bomheuer waren nicht nur gut gegen Kälte und Schnee gewappnet, sondern zeigten sich auch überaus gut gelaunt und optimistisch in Bezug auf eine, allen Wetterwirdrigkeiten zum Trotz, gelungene Auftaktveranstaltung sowie auf ein gigantisches Kulturjahr in der Kulturmetropole RUHR.2010 und in Bezug auf ersteres hatten sie schon einmal absolut Recht, also sollte auch der Rest gelingen!

Bei starkem Schneefall kam viel Prominenz mit guter Stimmung

Neben den beiden Metropol – Kulturdezernenten war natürlich alles heute in Essen auf der Zeche Zollverein vertreten, was im Ruhrgebiet und im Rest der Republik Rang und Namen hat. Angefangen mit dem Bundespräsidenten Horst Köhler, über den Präsidenten des Deutschen Bundestages Norbert Lammert, den Manager der Deutschen Fussball Nationalmannschaft Oliver Bierhoff, den neuen Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck, den Filmemacher Sönke Wortmann, den Kanzleramtsminister Ronald Pofalla bis hin zum Geschäftsführer des Deutschen Olympischen Sportbundes Michael Vesper, um nur einige zu nennen, waren insgesamt 1.271 geladene Gäste Zeuge der Eröffnung auf dem Gelände des Weltkulturerbes in Essen.

In seiner Eröffnungsrede bezeichnete Horst Köhler die Ernennung des Ruhrgebiets zur Kulturhauptstadt als „einen großen Gewinn für das Ruhrgebiet und für uns alle.“ Hier sei „Kultur keine elitäre Veranstaltung, sondern eine lebensgestaltende Kraft für alle.“ Er hob besonders die Rolle der Kultur beim Strukturwandel der Region hervor. Das Ruhrgebiet habe zudem „Menschen, zusammengeschweißt durch harte Arbeit und die Erfahrung mit dem Wandel“.
EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso, der seine Rede auf Deutsch hielt, hob hervor, dass die Idee des modernen Europas eng mit Kohle und Stahl verbunden sei. An die Stelle des „Kohlenpott“ sei allerdings der „Meltingpott“ der Völker getreten. Die Kulturhauptstadt sei durch die Vielfalt in Kunst, Kultur und Handel ein würdiger Nachfolger Athens, das 1985 Titelträger war.

Neben weiteren Festansprachen gab es einen großen Showteil, der in der neuen Ruhrgebietshymne “Komm zur Ruhr”, die von Herbert Grönemeyer geschrieben und vorgetragen wurde, gipfelte. Damit war das Kulturhauptstadtjahr RUHR.2010 offiziell eröffnet.

Kulturfest und Eröffnung des neuen Ruhr-Museums

Im Anschluss begann das Kulturfest, zu dem auch alle Bürger aus nah und fern eingeladen sind. Verteilt über das gesamte Gelände der Zeche Zollverein finden heute, Samstag und morgen Sonntag, 10. Januar 2010 zahlreiche kulturelle Veranstaltungen statt, die schon einmal einen Eindruck vermitteln von den insgesamt 2.500 Veranstaltungen und 300 Projekten, die über das restliche Jahr verteilt in der Metropole Ruhr stattfinden werden. Duisburg allein bietet in den kommenden Wochen und Monaten 500 Veranstaltungen und 70 Projekte. Es wird also viel zu sehen und zu erleben geben – sehr viel sogar. Viele Menschen strömten am Abend auf das Weltkulturerbe Gelände – die Veranstalter rechnen trotz des miesen Wetters mit über 100.000 Besuchern – und das scheint nicht übertrieben. Am heutigen Abend wurde auch das neue Ruhr-Museum eröffnet und kann ab morgen von jedem Interessierten besichtigt werden. Wie gesagt, auch das Kulturfest geht morgen weiter und das sollte man sich nicht entgehen lassen. Am Montag, 11. Januar 2010 dann – wie bereits an anderer Stelle erwähnt – auf nach Duisburg zur Lesung in der DITIB Begegnungsstätte der Merkez Moschee in Duisburg-Marxloh, wenn es dort heißt: „Der Pott – Made in Marxloh“ von und mit Olaf Sundermeyer.

Frank-M. Fischer
Christian Spließ

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