Henze-Projekt: Doppelkonzert und Botschaften
Im Rahmen des Henze-Projektes wurden am 3. und 4. März 2010 bei den Duisburger Philharmonikern zwei Werke aufgeführt, die die Vielseitigkeit des Komponisten bewiesen.
Hans Werner Henzes “Doppio Concerto per Oboe, Arpa ed Archi” ist luftig leichte Musik, zart und durchscheinend. Dies hat zum einen mit der Besetzung für ein relativ kleines Orchester zu tun, andererseits ist durch die Harfe schon von vornherein eine gewisse Zartheit gegeben. Drei Anläufe unternimmt die Oboe bevor das Orchester einfällt. Henze hat sich durchaus an den Formen der Vergangenheit gehalten, so haben sowohl die Harfe als auch die Oboe einzelne Kadenzen. Doch die Einsätzigkeit des Werkes und die neuen Spieltechniken für die Oboe – hier musste man schon mehrmals hinhören um zu erkennen dass das Instrument überhaupt spielte – sowie auch für die Harfenpartie von Teresa Zimmermann, die recht perkussionistische Elemente hat; alles das ist ungewöhnlich. Pavel Sokolovs lebhaftes Verhalten auf der Bühne, das regelrechte “sich hineinknien” in seinen Part kontrastierte die Lyrik des Konzerts.
Den Wiedehopf, der König Salomo von der Königin von Saba in Kenntnis setzte, war in der Suite “Fünf Botschaften an die Königin von Saba”, nicht ausdrücklich zu hören, aber die Holzblasinstrumente waren teilweise recht sehr prägnant vorhanden. Hier reichte die Bandbreite von sehr lyrisch bis zu aufwühlenden Röhrenglockenklängen, von saxophongeprägten Melodien bis zu Orff’schen Instrumenten. Wer hier erwartete die sonst üblichen mit dem Orient verbundenen Klänge zu hören wurde enttäuscht – allerdings durch die reichhaltige Instrumentierung und ein klangvolles, gewaltiges Orchester belohnt.
Text: Christian Spließ
Fotos: Christoph Müller-Girod




























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