Installation „Kirchenschiffe“ in der Liebfrauenkirche
Vom 19. April bis zum 13. Juni 2010 zeigt der Frankfurter Bildhauer, Claus Bury, seine Installation “Kirchenschiffe” in der Liebfrauenkirche in Duisburg-Mitte. Dabei handelt es sich um zwei, jeweils vierzehn Meter lange Schiffsskulpturen aus Holz, die auf drei Meter hohen Sockeln diagonal in das Hauptschiff der Liebfrauenkirche gestellt werden.
Die Ausstellung: In den entleerten Kirchenraum mit seiner reinen Architektur der 1960er Jahre stellt Bury gegenläufig die beiden Kurvungen der „Kirchenschiffe” auf zwei zunächst völlig überproportioniert wirkende Sockel. Die Sockelzone hebt die beiden sich progressiv zum einen Ende hin erhöhenden Skulpturen aus der unteren Raumzone heraus. Die beiden Skulpturen sockeln nun auf Höhe der Decke der beiden angedeuteten Seitenschiffe. Die voll durchfensterten Seitenwände des Hauptschiffs tauchen die beiden Skulpturen ins Licht. Der durch die Architektur vorgegebenen Gliederung antwortet Bury mit einer sich wiederholenden progressiven Reihung.
Seine beiden „Kirchenschiffe” folgen dabei offensichtlich den Fibonacci-Zahlen 1-1-2-3-5-8-13 geben die Längen der ,Etagen’ seiner Schichtungen vor. Bury stellt die beiden jeweils vierzehn Meter langen Sockelskulpturen so diagonal in das Hauptschiff der Liebfrauenkirche, dass die zuvor völlig
eindeutige Gerichtetheit dieses Raums gebrochen wird. Die beiden Arbeiten stellen sich im wahrsten Sinne des Wortes quer und versperren den hinteren Teil des Raumes, der aufgrund der Höhe der beiden gegeneinander versetzt laufenden Sockel auch nicht einsehbar ist. Der Besucher muss sich zwischen den beiden Sockeln durch bewegen, die hier, im Zentrum des ehemaligen Kirchenraums, aufgrund ihrer Höhe von über drei Metern mehr zu Wänden werden. Auf einer Länge von sieben Metern muss der Besucher durch einen Korridor gehen, um in den hinteren verstellten Raumbereich zu kommen. Diese Erfahrung von Enge kontrastiert mit der in die Höhe des Lichtraumes entrückten Leichtigkeit der beiden Skulpturen.
Die Ausstellung ist eine Zusammenarbeit der Stiftung Brennender Dornbusch und dem Lehmbruck-Museum und steht ganz im Zeichen von „Duisburg – Hafen der Kulturhauptstadt“.
Text und Foto: Stiftung Brennender Dornbusch





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