Still-Leben: Der Star ist die Straße
Die Genehmigungsunterlagen für das Still-Leben-Projekt wurden in einem feierlichem Akt vom Regierungspräsidenten Jürgen Büssow persönlich in der Essener Messe an Fritz Pleitgen übergeben. Gleichzeitig informierte RUHR2010 zusammen mit den Verantwortlichen und Sponsoren über den aktuellen Stand der Dinge.
Anstoß für die Aktion Still-Leben war laut Fritz Pleitgen dabei ein Erlebnis, dass er als USA-Korrespondent der ARD 1987 in New York hatte. Dort wurde jeden Sonntag die Interstate abgesperrt und für die Bürger freigegeben. Die Idee begeisterte ihn und es war Jürgen Flimm, der dann den Vorschlag machte: „Sperrt doch die Autobahn von Dortmund nach Duisburg ab.“ Still-Leben ist ein Gemeinschaftswerk gigantischen Ausmaßes, ein Projekt dass die Alltagskultur der Bewohner wieder spiegelt. Pleitgen lobte die Unterstützung der NRW-Landesregierung für die Unterstützung dieses Projekts, das im Vorfeld doch einige Skepsis aufgeworfen habe.
Günther Kozlowski, Leiter des Referats Verkehrssicherheit und Telematik im Ministerium für Bauen und Verkehr, bestätigt die Vorabskepsis: „Viele im Haus waren skeptisch ob das Projekt gelingen wird.“ Das MBV ist als Koordinator für das Projekt verantwortlich, Kozlowski freut isch auf das Event, es habe auch neuen frischen Wind in das Ministerium selbst gebracht.
Still- Leben Ruhrschnellweg | Pressekonferenz from Christoph Müller-Girod on Vimeo.
In Duisburg gibt es drei Möglichkeiten auf die A40 zu gelangen: Zuerst ab dem Theater am Marientor. Dann wird eigens eine Treppe am Innenhafen errichtet und das Kreuz Kaiserberg ist ebenfalls einer der drei Zugangsorte für die Duisburger. Fritz Pleitgen wird in Duisburg um 11:00 Uhr dann offiziell die Mobilitätsspur für das Projekt bei der Autobahnausfahrt Duisburg-Häfen eröffnen. Ihn erwarten dann um 11:30 „100 Bräute für Marxloh“. Mit diesem Projekt möchte die „Made in Marxloh“-Gruppe die romantische Seite des Still-Lebens beleuchten: 100 feierlich bekleidete Bräute werden eine übergroße “Stelzenbraut” begleiten, die den “Made in Marxloh-Schild” tragen wird.
Martin Husmann vom VRR dementierte das Gerücht, dass an diesem Tag Fahrräder in Bussen und Bahnen verboten seien. „Wenn Sie sich aber die Menschenmengen vorstellen, die in Bus und Bahn an diesem Tag unterwegs sind, bleibt für ein Fahrrad in der Regel wenig Platz.“ Er appellierte deshalb für eine Eigenanfahrt mit dem Fahrzeug der Wahl. Desweiteren würden über eine Million Fahrgäste an diesem Tag erwartet, das Tagesaufkommen normalerweise liegt bei 200.000. Ein Problem, das der VRR zu meistern hat, ist die Tatsache, dass die Autobahn nicht an Haltestellen des VRR liegt. Busshuttle werden am Tag dann eingesetzt um eine optimale Fortbewegung mit dem ÖPNV zu den einzelnen Zugangspunkten zu gelangen.
Ein Lustprogramm erwartet die Besucher – die Alltagskultur des Ruhrgebiets spiegelt sich in allen Facetten auf der längsten Tafel der Welt, ein Programm, das von den Menschen selbst gestaltet wird. Fritz Pleitgen wünschte sich abschließend noch für den Tag 28 Grad, zwei Windstärken und einige Wölkchen am Himmel.
Medien: Christoph Müller-Girod
Text: Christian Spließ





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