TWINS Jugendtheaterbegegnungen: Lysistrate – ein Plädoyer gegen den Krieg
Am 14. (19:00 Uhr) und 15. April 2010 (11:00 Uhr, nur für Schülerinnen und Schüler) finden die Vorstellungen des Theaterstückes der TWINS Jugendtheaterbegegnungen statt. Junge Menschen inszenieren ein mehrsprachiges Theaterprojekt. Die jungen Menschen erleben kreative, interkulturelle Begegnungen, erfahren gemeinsam und grenzüberschreitend die Kulturmetropole Ruhr. Nähere Informationen zum Projekt gibt es in der Projektbeschreibung. Nun erfahren Sie näheres zum Stück:
Athen, 411 v.Chr.: Zwanzig Jahre schon wütet ununterbrochen der Peleponnesische Krieg zwischen Athen und Sparta um die Vorherrschaft in Griechenland. Die Männer sind ständig im Kampf, die Frauen sitzen zu Hause und haben die Situation gründlich satt. Die Athenerin Lysistrata (ihren Namen kann man mit “Heerauflöserin” übersetzen) hat eine grandiose Idee: Um Frieden zu erzwingen, könnten die Frauen jeglichen sexuellen Verkehr boykottieren und ihre Männer somit zur Besinnung bringen. Sie verbündet sich mit Lampito, einer Frau aus Sparta, ruft die Frauen aus ganz Hellas zusammen und ruft zur Enthaltsamkeit im Ehebett auf. Kein einfaches Unterfangen, denn einige Frauen leiden unter mangelnder Standfestigkeit. Erst ein feierlich geschworener Eid macht die Frauen gemeinsam stark. Unterdessen hat eine Gruppe älterer Frauen sich mit der Kriegskasse auf der Akropolis verbarrikadiert – Geld für weitere Kämpfe gibt es also auch nicht. Die Männer versuchen, die Barrikaden anzuzünden, doch die Frauen sind gut gerüstet und löschen den Brand mit viel Wasser. Nach einiger Zeit sind Griechen wie Spartaner körperlich in so großen Nöten, dass sie sich triebgeplagt zusammen an der Burg einfinden, um mit Ly
sistrata über Friedensbedingungen zu verhandeln. Nach einer gehörigen Strafpredigt für beide Parteien sind die Frauen am Ziel und haben Großes erreicht: Frieden für das ganze Land. Mit einem Festmahl kann der Sieg der Liebe und der Vernunft gefeiert werden.
Mit der Komödie “Lysistrate” (411 v. Chr. in Athen uraufgeführt) hat der griechische Dichter Aristophanes einen Klassiker der Weltliteratur geschaffen, der über die Jahrhunderte hinweg nichts von seiner Gültigkeit verloren hat. Von seinen 44 Stücken sind nur 11 erhalten, das pazifistische, emanzipatorische und frauenfreundliche Stück “Lysistrate” gilt als sein Meisterwerk. Sein verblüffender Ansatz, dem Frieden durch die geballte Macht der Frauen Geltung zu verschaffen, hat in der Realität bisher leider versagt. Der Gedanke jedoch, dass es wichtigere Dinge gibt als Macht und Geld ist heute noch so aktuell wie vor fast 2500 Jahren.
Fotos: privat





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