Die Orte
Mülheim an der Ruhr
17. – 19. September 2010 Innenstadt an der Ruhr
Modulorbeat, Siegrun Appelt, Mader-Stublic-Wiermann, Tatzu Nishi, Klaus Obermaier
Den Auftakt zu „Twilight Zone“ bildete im Herbst 2008 das Lichtkunstprojekt „Ruhrlights“ in Mülheim an der Ruhr, für das 12 internationale Künstlerinnen und Künstler Projekte am und mit dem Wasser realisiert haben.
Modulorbeat
Von Hagen wandert die Lichtarchitektur der Gruppe Modulorbeat nach Mülheim an die Ruhr. In der Nähe der Mülheimer Stadthalle entsteht ein begehbarer Lichtraum in neuer Formation. Hier steht das Wechselspiel zwischen Akteuren, Raum und Lichtsystem im Zentrum. Klänge verwandeln den umgebenden Park in einen Klangraum. Im Wasser und an Land kann die temporäre Architektur zu einem Club für elektronische Musik werden.
Siegrun Appelt „Reale Formulierungen“
Siegrun Appelt, die im Jahr 2008 das Wasserkraftwerk mit Lichtenergie gefüllt hat, zeigt in diesem Jahr eine Arbeit im Uferbereich nahe des Wasserkraftwerks: Lichtstarke, weiße Scheinwerfer bewegen sich Suchscheinwerfern gleich über die Landschaftszone am Wasser. Die Lichtbewegungen dramatisieren den Naturraum und setzen ihn in Bewegung. Exakt kalkulierte Bewegungen schaffen eine fast unwirkliche besondere Atmosphäre.
Mader Stublic Wiermann „Reflection“
Das Künstlertrio Mader Stublic Wiermann verwendet das Schaufenster des Möbelhauses „von der Linden“ als Schnittstelle zwischen Realität und künstlerischer Simulation. In den Scheiben sehen wir architektonische Szenen, die wie Spiegelungen der unmittelbaren Umgebung scheinen, sich aber dennoch in Details von ihr unterscheidet. Die projizierten Szenarien verwickeln uns in ein verwirrendes Spiel zwischen alltäglichem und künstlichem Raum. Begleitende Klänge verstärken die Rätselhaftigkeit der uns vertrauten Bilder.
Mader Stublic Wiermann „Flowing Space“
In der Arbeit „Flowing Space“ bewegen wir uns unmittelbar in der Projektion: Strömendes Wasser scheint sich über den Boden zu ergießen und sucht über die Steine, Wege und Rasenflächen seinen Weg zur Ruhr. Das Wasser verstärkt die architektonische Wirkung der Mülheimer Stadthalle. Es versetzt uns und den umgebenden Park in Bewegung und lenkt uns direkt zum Wasser an die Ruhr.
Klaus Obermaier „Shine on“
Das strömende Wasser findet seinen Counterpart in der filmischen Projektion „Shine on“ von Klaus Obermaier: Die Fassade des Rathauses scheint in Flammen aufzugehen. Ausgewählte Filmausschnitte explodierender Objekte sind ihrem Originalkontext entwendet und in den öffentlichen Raum übertragen. Die Architektur wird zur filmischen Kulisse. In einer eintägigen „art lounge“ entwirft Obermaier gemeinsam mit Studenten der Universität Venedig interaktive Performances und Installationen im Ringlokschuppen.
Tatzu Nishi
Der Japaner Tatzu Nishi hat sich in Mülheim mit dem besonderen Raum an der Ruhr beschäftigt. Ihn interessiert vor allem die Gleichzeitigkeit von urbanem Raum und Rückzugsorten der Natur. Mit Witz und Phantasie verwandelt er unbemerkte, alltägliche Orte in intime Räume, die unsere Phantasie aktivieren. An der Ruhr hat er einen Ort gefunden, den er mit einer leichten Geste und mit einem Augenzwinkern poetisiert.
Witten
permanent ab 17. September 2010 Burgruine Hardenstein
Andreas M. Kaufmann„Dem Ort seine Sprache“
Mit seiner Lichtarbeit „Dem Ort seine Sprache“ entlockt Andreas M. Kaufmann dem Mauerwerk der an der Ruhr gelegenen Burgruine Hardenstein für einen Moment das Geheimnisvolle. Wie eine zweite Haut überziehen aneinandergereihte Worte die Ruine. Sie stammen aus einer regionalen enzyklopädischen Sammlung. Mit ihrer Lichtwirkung lösen sie die Schwere der Ruine auf und versetzen Geschichte(n) in Bewegung.
Hattingen
10. – 18. September Steinwand an der alten Ruhr
Andreas M. Kaufmann „Dem Ort seine Sprache“
In Hattingen an der Alten Ruhr ist eine monumentale Steinwand als Teil der
ursprünglichen Stadtbefestigung erhalten geblieben. Im Dialog mit seiner Arbeit für Witten entsteht hier eine zweite Version von Andreas Kaufmanns „Dem Ort seine Sprache“. Die Licht-Worte appellieren an das kollektive Gedächtnis des Ruhrgebiets und rühren an sehr persönlichen Erinnerungen der Menschen, die hier seit langem leben.
Bochum
10. – 17. September 2010 Sternwarte Bochum
Yves Netzhammer „Raumscherben“
Sound: Bernd Schurer
Mit der Sternwarte in Bochum hat Yves Netzhammer seinen Wunschort gefunden. Die Hülle dieses Raumes, der eigentlich keiner ist, macht er zum Träger seiner Bildwelten. Er verbindet die Außenprojektion mit einer Klangkomposition im Innern von Bernd Schurer. Zwischen Himmel und Erde kreiert er ein eigenes Universum in der Schwebe, das nachts in einen monochromen Farbzustand übergeht.
Essen
3. – 26. September Regattaturm am Baldeneysee
Christoph Hildebrand „time“
Christoph Hildebrand arrangiert auf dem Regattaturm am Baldeneysee eine Uhrenlandschaft aus 20 Uhren unterschiedlicher Größe. In ihrer wie zufällig scheinenden Anordnung richten sie ihre Ziffernblätter in alle Himmelsrichtungen. Alle Uhren zeigen unterschiedliche Zeiten und laufen mit verschiedenen Geschwindigkeiten. Die Uhren scheinen ihre eigene Zeit zu „leben“ und setzen dem festgelegten Takt unserer Zeit eine individuelle und subjektive Zeitsicht entgegen.
Hagen / Dortmund
3. – 11. September 2010: Brücke über den Hengsteysee
Modulorbeat
Die leuchtende Lichtarchitektur der Gruppe Modulorbeat legt am Hengsteysee in Hagen an. Durchscheinende Wassertanks verwandeln sich in Leuchtkörper, die auf Klänge reagieren. Arrangiert zu einer experimentellen Architektur wandert das futuristische Floß von Hagen nach Mülheim an der Ruhr und Duisburg und wird so zum Signet für die Verbindungen in der neuen Metropole.









